Audio · Testbericht

Status Pro X im Test: Kantiges Aussehen, rundes Hörerlebnis?

Mit dem Status Pro X bringt Status Audio ein In-Ear-System auf den Markt, das sich klar an anspruchsvolle Nutzer richtet. Der Fokus liegt dabei nicht auf auffälligem Design oder Marketing, sondern auf Klangqualität, Verarbeitung und umfangreichen Einstellmöglichkeiten.

Status Pro X Earbuds vor dem geöffneten Ladecase auf einem Drehteller
Die Status Pro X mit geöffnetem Ladecase · Foto: Holger Becker
Kurzfazit

Die Status Pro X liefern ein stimmiges Gesamtpaket für anspruchsvolle Nutzer, die Wert auf Audioqualität und Individualisierung legen. Wer einfach nur Musik hören möchte, findet günstigere Alternativen.

Der Hersteller Status Audio ist ein vergleichsweise kleiner Anbieter aus New York in den Vereinigten Staaten im Audiobereich. Er positioniert sich bewusst abseits großer Marken. Sein Fokus liegt auf Klangabstimmung, technischer Umsetzung und Individualisierungsmöglichkeiten statt auf starkem Branding oder Lifestyle-Marketing.

Ladecase und Earbuds im Rundumblick · Video: Holger Becker

Status Audio richtet sich gezielt an Nutzer, die sich intensiver mit Audio beschäftigen und Einfluss auf das Klangbild nehmen möchten. Dazu passen der umfangreiche Equalizer und die verschiedenen Soundprofile der Status Pro X. In Tests und Nutzerberichten wird immer wieder hervorgehoben, dass der Hersteller weniger auf breite Massenwirkung abzielt, sondern auf ein technisch interessiertes Publikum.

Dieses Konzept zeigt sich auch im Produkt selbst. Die Status Pro X setzen klar auf Funktion, Anpassbarkeit und Klangqualität, während Design und Markeninszenierung bewusst zurückhaltend bleiben.

Mit ihrem Preis positionieren sich die Kopfhörer im Premiumsegment. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Klang, Verarbeitung und Funktionsumfang.

Im Test stand daher nicht nur der erste Eindruck im Vordergrund. Ausschlaggebend war die Nutzung im Alltag. Dazu gehören Verbindungsstabilität, Bedienung, App-Funktionen und vor allem die akustische Leistung unter realen Bedingungen. Das Ziel besteht darin, eine praxisnahe Einordnung zu erstellen, die aufzeigt, für wen sich die Status Pro X tatsächlich lohnen und wo Einschränkungen bestehen.

Technische Daten

HerstellerStatus Audio (New York, USA)
ModellStatus Pro X
BauartTrue-Wireless-In-Ear
TreiberTriple-Driver: 1 × 12 mm dynamisch, 2 × Balanced Armature (Knowles)
Bluetooth5.3
GeräuschunterdrückungANC, Ambient-Modus in mehreren Stufen
LadecaseAluminium, USB-C, kabellos nach Qi-Standard
FarbenBlack Alloy (Schwarz), Moonbeam (Weiß)
Wiederverbindung (gemessen)ca. 3 s nach Öffnen des Cases
Preisrund 299 €
Bezugsquellestatus.co (Hersteller-Shop)

Verpackung

Bereits beim ersten Kontakt vermittelt die Verpackung der Status Pro X einen hochwertigen Eindruck. Der Außenkarton ist stabil ausgeführt und hebt sich durch eine geprägte Produktabbildung deutlich von einfachen Standardverpackungen ab. Die Prägung ist sauber umgesetzt und unterstreicht den Premiumanspruch.

Außenkarton mit geprägter Produktabbildung · Video: Holger Becker
Die Prägung im Detail · Video: Holger Becker

Im Inneren setzt sich dieser Eindruck fort. Die Komponenten sind strukturiert und übersichtlich angeordnet. Im Mittelpunkt steht das Ladecase, die Zubehörteile sind sauber getrennt untergebracht.

Schwarze Innenbox mit Status-Pro-X-Logo
Die Innenbox · Foto: Holger Becker
Geöffnete Verpackung mit dem Ladecase in einer Schaumstoffeinlage
Das Ladecase im Mittelpunkt · Foto: Holger Becker

Die Kombination aus geprägtem Außenkarton und klar strukturierter Innenaufteilung sorgt für einen stimmigen Gesamteindruck und unterstreicht die Positionierung im oberen Preissegment.

Design und Verarbeitung

Die Status Pro X ordnen sich im Premiumsegment ein. Dies wird bereits beim ersten Kontakt mit dem Ladecase deutlich. Es besteht aus Aluminium, wirkt stabil, ist sauber verarbeitet und macht einen hochwertigen Eindruck. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, nichts klappert oder wirkt billig.

Wir erhielten ein schwarzes Exemplar. Es gibt außerdem eine weiße Variante.

Status Pro X in Schwarz: Ladecase und Earbuds
Schwarz · Bild: Status Audio
Status Pro X in Weiß mit goldfarbenen Akzenten
Weiß · Bild: Status Audio

Im Alltag zeigt sich jedoch ein typischer Effekt dieser Materialwahl. Die Oberfläche zieht Fingerabdrücke sichtbar an. Das ist zwar optisch relevant, technisch jedoch unkritisch.

Das Case selbst öffnet und schließt sauber. Die Earbuds sitzen fest in der Ladeschale. Die Kontakte sind versenkt und somit geschützt. Dadurch reduziert sich das Risiko von Verschmutzung oder Kontaktproblemen.

Geöffnetes Ladecase mit eingelegten Earbuds
Die Earbuds sitzen fest in der Ladeschale · Foto: Holger Becker

Die Earbuds sind bewusst schlicht gehalten. Auffällig ist ihre rechteckige Form. Es gibt weder ein Branding noch verspielte Designelemente. Der Fokus liegt klar auf der Funktion. In die Earbuds sind mehrere Mikrofone sowie kombinierte Steuerflächen für Touch- und physische Eingaben integriert.

Die rechteckigen Earbuds vor dem geöffneten Ladecase
Auffällig: die rechteckige Bauform · Foto: Holger Becker
Ein Earbud im Rundumblick · Video: Holger Becker

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist vollständig und praxisgerecht zusammengestellt.

  • Ladecase mit Earbuds
  • Silikonaufsätze in mehreren Größen
  • USB-C-auf-USB-C-Kabel
  • Dokumentation
Silikonaufsätze in vier Größen und USB-C-Kabel in ihren Schachteln
Silikonaufsätze in mehreren Größen und USB-C-Kabel · Foto: Holger Becker

Die unterschiedlichen Aufsatzgrößen sind entscheidend. Der Klang und die Geräuschunterdrückung hängen direkt vom Sitz im Ohr ab. Im Test führte ein Wechsel der Größe zu deutlich besserem Halt und einem spürbar veränderten Klangbild.

Einrichtung und Verbindung

Die Einrichtung erfolgt schnell und ohne Besonderheiten. Nach dem Öffnen des Cases werden die Earbuds direkt vom Smartphone erkannt.

Im Test zeigte sich eine sehr kurze Verbindungszeit. Nach dem Öffnen des Cases lag die Wiederverbindung konstant bei etwa drei Sekunden.

Bluetooth 5.3 sorgt für eine stabile Verbindung. Auch bei Bewegung oder Nutzung in Innenräumen kam es zu keinen Abbrüchen.

Das Trennen funktioniert ebenfalls zuverlässig. Nach dem Einlegen in das Case wird die Verbindung sauber beendet.

Steuerung und App

Die Steuerung kombiniert Touch-Eingaben mit physischen Elementen. Das ist praxisnah umgesetzt und reduziert Fehlbedienungen.

  • Einfaches Tippen startet oder pausiert die Musik.
  • Doppeltippen wechselt den Titel.
  • Gedrückt halten regelt die Lautstärke.
  • Links und rechts lassen sich separat belegen.

Die Reaktionszeit ist kurz. Eingaben werden zuverlässig erkannt.

Vier Screenshots der Status-Audio-App: Startseite, Hörmodi und EQ-Profile, Einstellungen, Tastenbelegung
Die Status-Audio-App: Hörmodi, EQ-Profile, Einstellungen und Tastenbelegung · Screenshots: Holger Becker

Eine zentrale Rolle spielt die Status-Audio-App. Im Vergleich zu vielen anderen Herstellern bietet sie einen deutlich erweiterten Funktionsumfang.

  • Mehrere Klangprofile, darunter Signature und Audiophile
  • Spezielle Modi für Sprache und Podcasts
  • Individuell speicherbare Equalizer
  • Firmware-Updates direkt über die App

Auch die App ist als Stärke des Systems hervorzuheben. Dieser Eindruck ergibt sich im Test. Die Anpassungsmöglichkeiten gehen über Standardlösungen hinaus.

Tragekomfort

Das ergonomische Design funktioniert im Alltag. Die Earbuds sitzen stabil und erzeugen kein unangenehmes Druckgefühl.

Wichtig ist die Wahl der richtigen Aufsatzgröße. Im Test führte der Wechsel von Medium auf eine größere Variante zu einem deutlich besseren Sitz.

Mann mit schwarzem Status Pro X Earbud im Ohr
Bild: Status Audio
Profilansicht eines Mannes mit Status Pro X im Ohr
Bild: Status Audio

Auch bei längerer Nutzung bleibt es komfortabel. Die Bauform eignet sich für den Alltag und moderate Bewegung.

Klangqualität

Mann mit geschlossenen Augen und Status Pro X Earbud im Ohr
Bild: Status Audio

Die Status Pro X setzen auf einen 12-Millimeter-dynamischen Treiber. In Kombination mit der Software ergibt sich ein klarer Fokus auf die Klangqualität.

Im Test zeigt sich eine hohe Detailauflösung mit klar nachvollziehbaren Strukturen im Klangbild. Die Frequenzen sind sauber voneinander getrennt, sodass einzelne Instrumente und Stimmen deutlich erkennbar bleiben. Die Mitten wirken präzise und präsent, während der Bass kontrolliert bleibt und nicht in den Vordergrund drängt. Insgesamt entsteht so ein ausgewogenes Klangbild ohne künstliche Überbetonung einzelner Bereiche. So zumindest mein Eindruck.

Die audiophile Einstellung richtet sich an Nutzer, die eine neutrale Wiedergabe bevorzugen. Der Klang ist ausgewogen und detailreich. Besonders bei komplexen Musikstücken zeigt sich die Stärke der Abstimmung.

Die Möglichkeit, eigene Equalizer anzulegen, erweitert den Einsatzbereich deutlich.

Active Noise Cancelling und Ambient-Modus

Das Active Noise Cancelling arbeitet effektiv, ohne ein starkes Druckgefühl zu erzeugen. Das ist ein klarer Vorteil im Alltag. Die Dämpfung von Umgebungsgeräuschen erfolgt gleichmäßig und ist im Alltag angenehm. Dabei entsteht kein störendes Gefühl der Abschottung, wie es bei manchen anderen Systemen der Fall ist. Der Betrieb bleibt stabil, ohne dass hörbare Artefakte oder Nebeneffekte auftreten.

Der Ambient-Modus ist vorhanden und lässt sich in mehreren Stufen einstellen. Zwar werden Umgebungsgeräusche eingeblendet, doch die eigene Stimme klingt gedämpft und die Wahrnehmung ist insgesamt eingeschränkt. Dieser Eindruck ist natürlich subjektiv.

Mikrofone

Die integrierten Mikrofone liefern hingegen solide Ergebnisse. Die Sprachübertragung bleibt verständlich und Hintergrundgeräusche werden reduziert. Für Telefonate ist die Leistung ausreichend. In lauten Umgebungen oder für anspruchsvollere Anwendungen stößt das System jedoch an seine Grenzen.

Treiber und Akustiksystem

Die Status Pro X setzen auf ein Triple-Driver-System, das sich deutlich von klassischen In-Ear-Kopfhörern mit nur einem Treiber abhebt. Zum Einsatz kommen ein 12-Millimeter-dynamischer Treiber in Kombination mit zwei Balanced-Armature-Treibern von Knowles.

Der dynamische Treiber übernimmt den Tieftonbereich und sorgt für einen kontrollierten, sauberen Bass, ohne dass es zu einer übermäßigen Betonung kommt. Die Balanced-Armature-Treiber sind für die Wiedergabe von Mitten und Höhen zuständig und ermöglichen eine präzisere und feinere Auflösung in diesen Bereichen.

Explosionszeichnung eines Earbuds mit Platine, dynamischem Treiber und Knowles-Balanced-Armature-Treiber
Platine, 12-mm-Treiber und Balanced-Armature-Treiber von Knowles · Bild: Status Audio
Explosionszeichnung des Earbuds von der Seite
Explosionszeichnung des Earbuds mit Ladekontakten
Explosionszeichnung des Earbuds mit Treiberaufbau

Explosionszeichnungen · Bilder: Status Audio

Im Zusammenspiel soll so ein differenziertes Klangbild mit klarer Trennung der Frequenzen entstehen. Details sollen sauber dargestellt werden, ohne dass einzelne Bereiche dominant wirken. Ich hatte den Eindruck, dass sich gerade bei komplexen Musikstücken der Vorteil dieses Aufbaus zeigt, da einzelne Elemente besser voneinander abgegrenzt bleiben.

Ein solches Treiberkonzept ist sonst eher bei noch höherpreisigen oder spezialisierten Audiolösungen zu finden und unterstreicht den klaren Fokus der Status Pro X auf Klangqualität.

Akkulaufzeit und Alltag

Die Akkulaufzeit entspricht der von aktuellen Premium-In-Ears. Mit einer Ladung sind mehrere Stunden Wiedergabe möglich, das Ladecase übernimmt zusätzliche Ladezyklen. Neben dem Laden per USB-C unterstützt das Case auch kabelloses Laden nach dem Qi-Standard. Die tatsächliche Laufzeit variiert je nach Nutzung und aktivierten Funktionen wie der Geräuschunterdrückung.

Rückseite des Ladecase mit USB-C-Anschluss
Laden per USB-C oder kabellos nach Qi-Standard · Bild: Status Audio

Im Alltag arbeiten die Status Pro X zuverlässig. Die Verbindung steht schnell, die Bedienung reagiert stabil und die Klangqualität bleibt konstant auf hohem Niveau.

Die Kopfhörer sind für Gaming oder den Einsatz an Konsolen nutzbar. Der Mehrwert gegenüber günstigeren Modellen bleibt in diesen Szenarien jedoch begrenzt, da zentrale Funktionen der App nicht genutzt werden können.

Preis-Leistung

Mit einem Preis von rund 299 Euro liegen die Status Pro X im oberen Preissegment. Ob der Preis gerechtfertigt ist, hängt stark vom jeweiligen Nutzungsprofil ab. Für Musikliebhaber, die Wert auf Klangqualität und individuelle Anpassung legen, ist der Preis nachvollziehbar. Für eine einfache Nutzung im Alltag erscheint er hingegen zu hoch. Gerechtfertigt ist der Preis dann, wenn die vorhandenen Funktionen aktiv genutzt werden.

Fazit

Die Status Pro X sind konsequent auf Klangqualität und Anpassbarkeit ausgelegt. Im Test zeigt sich ein klarer Fokus auf die akustische Leistung, der durch ein durchdachtes Softwarekonzept unterstützt wird. Verarbeitung, Verbindung und Bedienung arbeiten im Alltag zuverlässig und ohne Auffälligkeiten.

Die größte Stärke liegt im Klangbild. Die Kombination aus dynamischem Treiber und Balanced-Armature-Technik sorgt für eine saubere Trennung der Frequenzen und eine hohe Detailauflösung. In Verbindung mit der App entsteht ein System, das sich gezielt an die individuellen Hörgewohnheiten anpassen lässt. Die Vielzahl an Equalizer-Optionen und Soundprofilen hebt dieses Modell deutlich von vielen Konkurrenzprodukten ab.

Auch technisch überzeugt das Gesamtpaket. Die Verbindung ist schnell aufgebaut und bleibt stabil. Die Bedienung reagiert präzise, und die Verarbeitung bewegt sich auf einem dem Preis entsprechenden Niveau.

Schwächen zeigen sich vor allem im Detail. Das Aluminium-Gehäuse wirkt zwar hochwertig, ist im Alltag jedoch anfällig für Fingerabdrücke. Der Preis von rund 299 Euro erfordert zudem eine klare Entscheidung bezüglich des Einsatzzwecks.

Die Status Pro X richten sich somit nicht an Gelegenheitsnutzer. Wer einfach nur Musik hören möchte, findet günstigere Alternativen. Wer jedoch gezielt Wert auf Klangqualität legt und die Möglichkeiten der App aktiv nutzt, erhält ein technisch starkes und durchdachtes System.

Insgesamt liefern die Status Pro X ein stimmiges Gesamtpaket für anspruchsvolle Nutzer, die Wert auf Audioqualität und Individualisierung legen.

Pro

  • Detailreiches, ausgewogenes Klangbild dank Triple-Driver-System
  • Umfangreiche App mit Klangprofilen und speicherbaren Equalizern
  • Schnelle Wiederverbindung (ca. 3 s), stabile Verbindung
  • Hochwertiges Aluminium-Case mit Qi-Laden
  • Wirksames ANC ohne starkes Druckgefühl

Contra

  • Aluminium-Case zieht Fingerabdrücke an
  • Hoher Preis von rund 299 Euro
  • Ambient-Modus: eigene Stimme klingt gedämpft
  • Mikrofone stoßen in lauten Umgebungen an Grenzen
  • An Konsolen bleiben App-Funktionen ungenutzt
Preis zum Testzeitpunkt rund 299 € erhältlich direkt beim Hersteller, Versand in die EU
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Transparenz: Das Testgerät wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf Inhalt und Bewertung dieses Tests.
Holger Becker
Holger Becker

Testet Gadgets im eigenen Testlabor — und glaubt Herstellern erst, wenn er es selbst gemessen hat. Mehr über mich